Marktüblicher Zinssatz Darlehen 2014

Börsenzins Darlehen 2014

SGH, 12.09.2017 - XXI ZR 365/16

In diesem Zusammenhang haben die beiden Unternehmen im Juni 2004 einen Kreditvertrag über 136.600 mit einem festen Zinssatz von nominal 5,3% p.a. und einem ursprünglichen jährlichen Prozentsatz von 5,43% für zehn Jahre abgeschlossen. Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Darlehensvertrages hat die Antragsgegnerin die Klägerin nicht ausreichend über das ihnen eingeräumte Rücktrittsrecht informiert. Das Darlehen wurde von den Klägern zum Ende der Festschreibungszeit am Stichtag 31. Dezember 2014 gekündigt und die verbleibende Verbindlichkeit ausgeglichen.

Sie haben am 28. April 2014 ihre Absichtserklärungen zum Abschluß des Darlehensvertrages widerrufen. Der in der MFI-Zinsstatistik ausgewiesene Zinssatz ist ein Mittelwert, so dass der Vertragszinssatz als marktüblich anzusehen ist, wenn er, wie hier, innerhalb einer Spanne von einem Prozentpunkt über dem des Wertes der MFI-Zinsstatistik liegt.

Der dagegen gerichtete Nichtzulassungsantrag der Antragsteller, mit dem sie ihren Auszahlungsantrag in geringem Maße verfolgen, hat keinen Durchbruch, da er die Gründe für die Zulassung nicht aufführt. Soweit das Beschwerdegericht (Senatsbeschluss vom 11. Juni 2016 - II ZR 564/15, BGHZ 211, 123 Abs. 58) zu Unrecht davon ausgegangen ist, dass trotz Abschluss eines Immobilienkreditvertrages davon auszugehen ist, dass die Antragsgegnerin Leistungen in der Größenordnung von fünf Prozent über dem Basiszins aus erhaltenen Zinsen und Tilgungszahlungen bezogen hat, waren die Beschwerdeführer hiervon nicht beeinträchtigt.

Sie sind auch nicht von der - an sich richtigen - Vermutung des Oberlandesgerichts beeinträchtigt, dass der Abschluß eines Aufhebungsvertrages vor Aufhebung der auf den Abschluß des Darlehensvertrages abzielenden Absichtserklärung nicht daran ändert, daß der Kreditgeber auch Leistungen, die er auf Rückzahlungen in Anspruch genommen hat, zurückzugeben hat (a. A. OLG Stuttgart, Beschluss vom 24. Juni 2017 - 6 U 192/16, Abs. 54 ff.

Der Gerichtshof der Bundesrepublik Deutschland hat entschieden, dass die Entscheidung des Senats vom 11. Juni 2016 - II ZR 501/15, BGHZ 211, 105 Abs. 41 -, den Vertrag einvernehmlich zu kündigen - dem Verfall ein erhebliches Maß an Bedeutung beizumessen[siehe Senatsbeschluss vom 11. Juni 2016 - II ZR 501/15, BGHZ 211, 105 Abs. 41] - einen Rechtsfehler aufweist: "Die Vereinbarung, dass das Darlehen als zurückzuzahlen ist, schliesst auch im Fall einer späteren Aufhebung die geleisteten Dienste aus.

Der Berufungsgerichtshof hat zu Recht festgestellt, dass die Beschwerdeführer den ihnen durch 357 Abs. 1 S. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in der bis zum 31. Dezember 2014 anwendbaren Version (künftig: aF) in Verbindung mit 346 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 und S. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) aufgezwungenen minderwertigen Nutzen nicht nachgewiesen haben.

Der Vertragszinssatz war für die Ermittlung der Vergütung im jeweiligen Zeitabschnitt auf der Basis des Verweises in 357 Abs. 1 S. 1 BGB e. V. im Fall des Rücktritts der Verbraucherabsichtserklärung zum Abschluß eines Immobilienkreditvertrages gemäß 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 und S. 2 Halbsatz 1 BGB ausschlaggebend.

Dem Kreditnehmer obliegt es, einen niedrigeren Nutzennachweis zu erbringen (vgl. OG Brandenburg, Entscheidung vom 21. Jänner 2016 - 4 U 79/15, Rn. 96; OG Düsseldorf, Entscheidung vom 16. Jänner 2013 - 6 U 64/12, Rn. 37; OG Frankfurt/Main, Beschluss vom 16. Jänner 2016 - 23 U 135/15, Rn. 15; OG Hamm, Entscheidung vom 14. Jänner 2016 - 23 U 135/15, Rn. 15; U 135/15; OLG Hamm, Entscheidung vom 14. Jänner 2016 - 4 U 79/15, Rn. 16).

31. März 2017 - 31 U 52/16, Randnr. 48; Köln OG, Verordnung vom 31. März 2016 - 13 U 33/16, Randnr. 18; Nürnberg, Entscheidung vom 28. Juni 2017 - 14 U 118/16, Randnr. 44; OG Schleswig, BKR 2017, Randnr. 22. 1998 [OLG Schleswig 20.10. 2016 - 5 U 62/16]; OG Zwebrücken, Beschlussfassung vom 11. 05. 2010 - 7 U 84/09, Rn. 11; LG Bonn, WM 2015, 1988, 1990[LG Bonn 19.05.

15. Juni 2015 - 3 O 206/14]; LG Freiburg, BeckRS 2015, 08173; LG Limburg, Entscheidung vom 15. Jänner 2016 - 2 O 204/15, Begründung 51; LG Mönchengladbach, Entscheidung vom 27. Juni 2016 - 10 O 235/15, Begründung 15. Nr. 59; LG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 3. Aug. 2015 - 6 O 7471/14, Abs. 73; LG Ulm, Entscheidung vom 5. Aug. 2014 - 5 O 343/13, Abs. 51; EuGH Nürnberg-Fürth, Slg. 70.

357a Rn. 5; Staudinger/Kaiser, BGB, Neubearb. 2012, 346 Rn. 160; 357 Rn. 29 f.; Beldhusen, BKR 2015, 441, 442 ff.; Godefroid/Slama, Konsumentenkreditverträge, Dritte Auflage. Rn. 494; Müller/Fuchs, WM 2015, 1094, 1096; Nobbe/Maihold, Kreditrechtlicher Kommentarband, 2nd ed. 357 Rn. 1; Piekenbrock/Rodi, WM 2015, 1085, 1087; Servais, NJW 2014, 3748, 3749; a. A. Kohler, AkP 213[2013], 46, 96: "Verkehrswert"; Koch, WM 2002, 1593, 1596; Soergel/Lobinger, BGB, Slg. 1, Slg. d. J.

Für Immobilien-Verbraucherkredite gilt dies auch für die aktuelle Gesetzeslage nach 357a Abs. 3 BGB, mit der der Versicherer das bis zum 31. Dezember 2014 gültige Recht nicht abzuändern, sondern zu aktualisieren beabsichtigte (BTDrucks. 17/12637, S. 65). Laut MFI-Zinsstatistik, die nicht die genaue Höhe der Marktzinsen widerspiegeln kann und will (z.B. Servais, NJW 2014, 3748, 3751), lag der mittlere jährliche Prozentsatz der Belastung von Hauskaufkrediten an Privathaushalte mit anfänglichen Festzinsen - hier: mit einer Laufzeiterhöhung von mehr als 5 Jahren bis 10 Jahren - in dem relevanten Vormonat, in dem der Vertrag geschlossen wurde - hier:

Die anfängliche jährliche Jahresgebühr, die im Kreditvertrag verwendet wurde, betrug 5,43% und liegt damit weniger als einen Prozentpunkt über dieser Zahl. Dabei geht der Bundesrat davon aus, dass ein Darlehen zu normalen Hypothekenbedingungen gewährt wurde (Senatsentscheidungen vom 21. Jänner 2016 - II ZR 103/15, BGHZ 208, 278 Rn. 1 und vom 15. 12. 2007 - II ZR 324/06, WM 2008, 967 Rn. 29).

Im Falle eines normal gewährten Darlehens kommt eine Verringerung der Nutzungsvorteile allein auf der Grundlage der MFI-Zinsstatistik nicht in Frage (siehe auch OliG Brandenburg, Beschluss vom 21. Jänner 2016 - 4 U 79/15, Randnummer 97; OliG Frankfurt/Main, Beschluss vom 18. Feber 2016 - 23 U 135/15, Randnummer 21; OliG Hamm, Beschluss vom 11. Jänner 2017 - 31 U 52/16, Randnummer 16).

48; OG Nürnberg, Entscheidung vom 28. 05. 2017 - 14 U 118/16, Randnr. 44, unter Bezugnahme auf das Senatsbeschluss vom 15. 01. 2016 a. Z.; LG Bielefeld, Entscheidung vom 12. 06. 2016 - 6 O 127/15, Randnrn. 64 ff.; a. A. OG Düsseldorf, Entscheidung vom 18. Jänner 2013 - 6 U 64/12, Begründung 36; Kommanditgesellschaft, BKR 2015, 109 Begründung 45; LG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 28. Jänner 2015 - 6 O 7471/14, Begründung 157; Beldhusen, BKR 2015, 441, 444; dies.

VuR 2016, XX, 22; Müller/Fuchs, WM 2015, 1094, 1096; Servais, NJW 2014, 3748, 3749). Da § 346 Abs. 2 S. 2 Halbsatz 1 BGB den vertraglichen Zinssatz als Richtlinie vorgibt, wird der jeweilige vergleichbare Wert gemäß 346 Abs. 2 S. 2 Halbsatz 2 BGB nach den Umständen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ermittelt (vgl.

OG Düsseldorf, Entscheidung vom 18. Jänner 2013 - 6 U 64/12, Erwägung 36; OG Köln, Anordnung vom 31. Jänner 2016 - 13 U 33/16, Erwägung 17; OG Schleswig, BKR 2017, 22 Erwägung 99[OG Schleswig 20.10. 2016 - 5 U 62/16], in der Erwägung 33/16, in der Erwägung 36; LG Bielefeld, Entscheidung vom 23. Oktober 2013 - 6 U 64/12, Erwägung 36; OG Köln, Anordnung vom 31. Jänner 2016 - 13 U 33/16, Erwägung 18; GKR Schleswig, OG BKR 6. Dezember 2016 - 6 O 127/15, Rn. 67; LG Mönchengladbach, Entscheidung vom 27. August 2016 - 10 O 235/15, Rn. 58) und ggf. zum Zeitpunkt einer etwaigen vertraglichen Zinsänderung (vgl.

OG KölnaO; OG Bonn, OW 2015, 1988, 1991; OW Bielefeld OW; OW Mönchengladbach OW; OW A. A. Piekenbrock/Rodi, OW 2015, 1085, 1089 ff; Wülow/Artz, Verbrauchererkreditrecht, 9. auflage. Die Tatsache, dass die MFI-Zinsstatistik für die folgenden Jahre deutlich niedrigere Effektivzinsen aufweist, ist aufgrund des Fehlens eines Dynamikansatzes irrelevant (detaillierter Müller/Fuchs, WM 2015, 1094, 1096 ff.).

a. A. LG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 3. Juli 2015 - 6 O 7471/14, Erwägungsgründe 75 ff.; Servais, NJW 2014, 3748, 3750; für das neue Gesetz BeckOKBGB/Müller-Christmann, Ausgabe 43[Stand: 16. Juli 2017], § 357a Begründung 13).

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