Kreditanfrage Arbeitgeber Angeben

Muss man bei einer Kreditanfrage den Arbeitgeber angeben?

Bei einer Kreditanfrage den Arbeitgeber angeben - bei den meisten Kreditinteressenten sorgt das für ein unangenehmes Gefühl. Denn schließlich ist ein Kredit Privatsache und der Arbeitgeber sollte möglichst wenig davon wissen. Wie er diese Information werten würde, weiß man schließlich nicht. Aus Sicht der kreditgebenden Bank ist es nachvollziehbar, wenn nach dem Arbeitsverhältnis gefragt wird. Denn das Arbeitseinkommen ist meist die Grundlage für die Bedienung und Rückzahlung des Kredits.

Kreditanfrage

Zunächst einmal die beruhigende Nachricht: dass ein Arbeitgeber von einem Kredit seines Arbeitnehmers erfährt, ist eher die Ausnahme als die Regel. Üblicherweise fragt die Bank nicht beim Arbeitgeber nach dem Beschäftigungsverhältnis. Nichtsdestotrotz ist es durchaus gang und gäbe, wenn bei Kreditanfragen der Arbeitgeber angegeben werden muss. Ohne die Angabe kann zum Beispiel online die Anfrage in vielen Fällen nicht abgeschlossen werden.

Erkundigungen beim Arbeitgeber – nur bei expliziter Einwilligung

Die Bank weiß spätestens dann, wer der Arbeitgeber ist, wenn Einkommensnachweise einzureichen sind. Das ist eine gängige Anforderung. Die Angabe des Arbeitgebers und die Vorlage von Lohnabrechnungen dienen im Normalfall allerdings nur zur Prüfung, ob die Angaben, die bei einer Online-Kreditanfrage gemacht wurden, auch korrekt sind. Der Kreditgeber ist dadurch noch nicht berechtigt, beim Arbeitgeber Erkundigungen über den Kreditnehmer einzuziehen.

Dies ist erst zulässig, wenn der Kreditnehmer ähnlich wie bei der Einholung einer Schufa-Auskunft ausdrücklich seine Einwilligung erteilt hat und das Kreditinstitut vom Bankgeheimnis entpflichtet. Gelegentlich ist so etwas in Kreditanträgen und -formularen vorgesehen. Und Antragteller, die dies nicht wünschen, sollten auf eine solche Klausel achten. In der Regel gibt es genügend alternative Anbieter, die auf eine solche Bestimmung verzichten.

Wenn der Arbeitgeber direkt angesprochen wird

Unabhängig davon ist der Arbeitgeber bei Krediten dann involviert, wenn die Bank mittels Lohnpfändung oder im Rahmen einer Lohnabtretung ihre Forderungen durchsetzt. Die Lohnpfändung ist eine Form der Zwangsvollstreckung, die Lohnabtretung eine vertraglich vereinbarte Möglichkeit, unmittelbar auf den Lohn des Schuldners zuzugreifen, wenn dieser mit Zahlungen in Verzug gerät oder gar nicht zahlt. In diesen Fällen kann sich der Gläubiger, die Bank, direkt an den Arbeitgeber wenden.

Die Möglichkeit der Lohnpfändung bzw. Lohnabtretung sind übliche Sicherungsmaßnahmen bei Krediten an Verbraucher, zum Beispiel bei Ratenkrediten, und ein Grund, warum man bei einer Kreditanfrage den Arbeitgeber angeben muss. Die Bank weiß dann im Falle des Falles sofort, an wen sie sich wenden kann. Das Sicherungsrecht bedeutet allerdings noch kein Auskunftsrecht. Auch hier gilt, dass eine explizite Einwilligung des Kreditnehmers erforderlich ist.

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