Darlehenszinsen 2016

Kreditzinsen 2016

Fakten Die Cost-Plus-Methode eignet sich zur Bewertung, ob die Verzinsung von Darlehen, die an eine Konzerngesellschaft vergeben werden, für andere Unternehmen üblich ist. Gleichwohl trifft dies zu, wenn die Aufstellung weder einen internen noch einen preislichen Vergleich zulässt. Das hat das Münsteraner Finanzamt mit Beschluss vom 07.12.2016 (Aktenzeichen:13 K 4037/13) beschlossen.

Kläger ist eine Firma mit beschränkter Haftung, die Beteiligungen an diversen in- und ausländischen Unternehmen unterhält. Letzterer ist auch an einer Konzerngesellschaft mit Sitz in den Niederlanden als Finanzgesellschaft beteiligt. Dabei handelt es sich um eine Konzerngesellschaft. Entsprechend hat der Antragsteller von dieser Tochtergesellschaft mehrere Kredite erhalten und verzinst. Aufgrund einer Steuerprüfung kam das Steueramt zu dem Ergebnis, dass die Zinssätze zu hoch waren und akzeptierte versteckte Ausschüttungen.

Weil der Antragsteller entgegen seinen Kooperationsverpflichtungen die Umfinanzierungskosten seiner Tochtergesellschaft nicht im Detail nachweisen konnte, mussten die entsprechenden Zinssätze geschätzt werden. Zu diesem Zweck wendet das Steueramt die Cost-plus-Methode an, die auf den Kosten der Refinanzierung und der Eigenmittelquote der Tochtergesellschaft basiert. Dagegen argumentierte die Anmelderin, dass bei der Fragestellung der Fremdgewohnheiten in erster Linie die Methode des Preisvergleichen mittels eines Fremdpreisvergleichs zu verwenden sei.

Dabei sind die Einzelverträge auf ihre Bedingungen und vor allem auf die Bonität des Antragstellers hin zu prüfen. Die drei Verfahren zur Ermittlung von Preisen zu marktüblichen Bedingungen sind im Prinzip die Preisvergleichs-Methode, die Weiterverkaufspreismethode und die Cost-Plus-Methode, die gleichermaßen erkannt und bewertet werden. Im vorliegenden Fall ist jedoch die Cost-Plus-Methode die am besten geeignete Methode zur Ermittlung der Fremdverzinsung.

Eine interne Preisvergleichung mit solchen Krediten, die der Antragsteller bei Kreditinstituten in Anspruch genommen hat, ist nicht möglich, da die Konzernmutter diese garantiert hat. Abweichend von der Ansicht der Antragstellerin ist auch kein Fremdpreisvergleich möglich, da die Tochtergesellschaft als gruppeninterne Finanzgesellschaft, die nicht am Kapitalmarkt tätig ist, nicht mit den Fremdkapitalgebern zu vergleichen ist.

Darüber hinaus kann die Kreditwürdigkeit des Antragstellers nicht einzeln, sondern nur für die gesamte Gruppe bewertet werden. Allerdings sind die Einschätzungen des Finanzamtes nach der Cost-Plus-Methode im vorliegenden Fall unverhältnismäßig hoch, ungeachtet der Pflichtverletzung des Antragstellers: Auch die Aufwendungen der Tochtergesellschaft sollten im ersten Teilschritt nach dem Quotienten aus eigenen Fremdkapitalkosten und Zinserträgen berechnet werden.

Zu diesem Zweck sollten jedoch die Wertansätze aus der Gewinn- und Verlustrechnung der Tochtergesellschaft verwendet werden. Für die Abschätzung der Eigenkapitalkosten wäre die Eigenmittelquote als Unterschiedsbetrag zwischen 100% und der Verschuldungsquote zu berechnen und für den üblichen Zinssatz ein Schätzwert von 150% zugrunde zu legen, da die Fremdkapitalkosten immer einen höheren Zinssatz als die Eigenmittel erbringen müssen.

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